Am letzten Samstag fand bei prächtigem Wetter ein weiteres Mal der vom Verein Vekultur organisierte, traditionelle Kunstmarkt Stans auf dem Areal des Nidwaldner Museums im Winkelriedhaus statt. Rund 40 Künstlerinnen und Künstler präsentierten einem zahlreich erschienenen Publikum an ihren Ständen ihre Arbeiten. Für die Nidwaldner Zeitung führte Beat Stutzer (BS), ehemaliger Direktor des Bündner Kunstmuseums Chur und seit wenigen Jahren in Luzern ansässig, ein Gespräch mit der Künstlerin Brigitta Würsch (BW) und dem Künstler Heini Gut (HG).
BS: Als Ur-Stanser hast Du, Heini Gut, von Anfang mit dem legendären Stanser Kunstmarkt zu tun gehabt, der 1963 zum ersten Mal durchgeführt wurde.
HG: Den Kunstmarkt Stans gibt es nun schon seit über 50 Jahren, und er war einzigartig in dieser Art in der Schweiz. Viele bekannte Innerschweizer Künstler haben damals mitgemacht, und es war immer auch geselliges Treffen, ein eigentliches Fest. Und heute ist immer noch so, dass der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen und nicht zuletzt mit dem Publikum wesentlich ist, alles in einer lockeren und freundschaftlichen Atmosphäre.
BS: Ich staune über das fast durchwegs beachtlich hohe Niveau der gezeigten Kunst, was keineswegs selbstverständlich ist. Zudem sind alle Generationen vertreten.
BW: Ich finde die Durchmischung und ebenso die Offenheit sehr gut, sonst würde es schwierig. Und vor allem müssen auch die jüngeren Kunstschaffenden eingebunden werden. Der Kunstmarkt Stans hat auch wieder ein erfreuliches Renommee erlangt.
BS: Wenn man vor allem raumbezogen und mit Video arbeitet wie Du Brigitta, ist ein banaler Marktstand nicht gerade eine ideale Plattform.
BW: Klar, grosse Bilder kann man nicht zeigen. So bin ich mit politisch motivierten T-Shirts gekommen. Ich finde, das passt zu einem Markt: Hängende, flatternde Shirts, fast wie in Italien. So kann man Kunst den Leuten näherbringen, Kunst wird nahbar.
BS: Würdet ihr denn wieder mitmachen, wenn der Kunstmarkt in zwei, drei Jahren wieder durchgeführt wird?
HG: Ich weiss es nicht, ich bin vielleicht langsam etwas zu alt dafür, fast ein Methusalem. Bislang habe ich immer mitgemacht, nicht zuletzt gegenüber den Organisatoren, die jeweils Freude hatten, wenn ich wieder kam.
BS: Das Mitmachen oder die Nichtteilnahme am Kunstmarkt Stans entscheidet wohl nicht über die Beförderung einer Künstlerkarriere.
BW: Nein, auf keinen Fall. Es ist ein anderer Reiz, hier dabei zu sein. Zudem ist der Kunstmarkt sehr gut organisiert, es ist eine Wertschätzung gegenüber den Kunstschaffenden da – es ist einfach toll. Man wird nicht immer und überall so behandelt. Sonst ist man meist Einzelkämpferin, aber hier erfährt man eine schöne Solidarität.
HG: In dieser Form darf und soll der Kunstmarkt Stans gerne weiterexistieren.